Samstag, 7. Juni 2014

Ostpreußischer Anhalterkuchen


Dieses Rezept ist von meiner Uroma Else (Jahrgang 1892) aus Königsberg. Aber warum wurde er Anhalterkuchen genannt?

Dieser Kuchen wurde traditionell in Haushalten gebacken, in denen es Töchter in heiratsfähigem Alter gab. Kam ein junger Mann zu Besuch, um um die Hand der Tochter anzuhalten ( =Anhalter),  sollte er einen besonders guten und gehaltvollen Kuchen bekommen. Natürlich nur, wenn er den Eltern ein genehmer Bewerber für das Marjellchen (junges Mädchen) war!  Der Kuchen war ein Synonym für gutes Essen und so kamen nur die Besten Zutaten hinein: viele Eier und gute Butter ;)

Ich kannte meine Uroma Else nicht mehr, wohl aber ihren Kuchen. Meine Mutter backte ihn, als wir Kinder waren. Und jetzt 2014 backe ich ihn auch noch - heute mal für meinen Bruder! Und nein, ich scheue mich nicht 500 gr Butter und 10 Eier zu verwenden.... für die Männer nur das Beste....HAPPY BIRTHDAY, lieber Bruder!

Es ist aber auch wirklich ein feiner und sehr saftiger Rührkuchen, kein Wunder, dass er uns auch heute noch schmeckt...

Rezept für ein goßes Backblech

500 gr Butter
500 gr Zucker
10 Eigelb
Schale einer Zitrone
1 Pck Vanillezucker
  • alle Zutaten schaumig rühren.
250 gr Mehl
250 gr Stärke
1 Pck Backpulver
  • unterrühren. 
Eischnee aus den 10 Eiweiß
  • vorsichtig unterheben. Den Teig auf ein gut gefettetes Blech streichen.
1 Pck gehackte oder gehobelte Mandeln
2 EL Zucker
  • über den Kuche geben und bei 170 Grad Umluft 20-30 Minuten backen
P.S. Inzwischen habe ich aus dem Anhalterkuchen auch einen ganz herrlichen Zitronenkuchen mit Lemon Curd  gezauber.



Kommentare:

  1. Liebe Silke,

    größten Dank für das wunderbare Rezept Ihres Uromas! Für das Sommerabschlussfest auf Rambynas (Bitėnai, Litauen) habe ich nach einem ostpreussischen Kuchenrezept mit Geschichte gesucht, das nicht zu kompliziert und dennoch sehr lecker wäre. Dieser Rührkuchen hat einfach wunderbar gepasst. Das Rezept wurde in der Rambynas-Zeitung gedruckt und wird nun auch im litauischen Teil des ehemaligen Ostpreußens ein neues Leben erhalten. Bei meiner Familie in Sowjetsk (ehem. Tilsit), wo der Kuchen bereits zwei Mal gebacken wurde, erfreut es sich jetzt schon einer großer Beliebtheit. Vielen tollen Dank nochmal!

    Schöne Grüße aus dem Kaliningrader Gebiet (Russland),
    Ekaterina

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    1. Liebe Ekatarina,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich riesig, dass Uromas Kuchen noch einmal in die Heimat geht. Danke, dass du mir davon geschrieben hast, das geht mir richtig ans Herz und auch meine Oma hätte ihre Freude daran gehabt. Es ist schön auf diese Weise Traditionen zu erhalten! Vielleicht finde ich ja noch mehr Familienrezepte...
      Ganz herzliche Grüße an dich und deine Familie
      Silke

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